Radlager wechseln?

  • Hallo Leute,
    brauche einen Rat!


    Beim Reifenwechsel hinten habe ich wie immer die Radlager kontrolliert. Beide lassen sich mit dem Finger gerade so drehen, aber ziemlich hart. Ist dann die Steckachse drin und ein wenn Druck durch leichtes Verkanten auf den inneren Ringen drehen sie sich. Widerstand oder unrunder Lauf sind nicht festzustellen. die innere Buchse läuft auch nicht mit, ich schätze, dass müßte man auf der Steckachse sehen.


    Diesen Zustand habe ich schon die letzten drei Reifenwechsel festgestellt. Es wurde nicht schlechter und nicht besser. Die Bob hat nun 30 000 km runter und ich tendiere dazu, das Rad, so wie es ist wieder einzubauen.


    Was meint ihr!


    Der Wechsel des Hinterradlagers ist ja ohne gescheiten Innenabzieher nicht so einfach hinzubekommen. Auch der Einbau muß ja wieder zu 100 % passen. Wegen der Bremse. Ich habe bisher aber bei allen meinen Mopeds die Radlager selbst gewechselt. Es gab ja wenig zu beachten: Rauskloppen, warm und kalt und dann wieder reinkloppen und ne Nuss oder das alte Lager dazu verwenden. Ein Abzieher wurde nie benutzt und auf 10telmm mußt ich auch nicht aufpassen.
    Ich würde das beim Dealer (Würzburg Village) machen lassen, aber eine unnötige Fahrt dorthin will ich nicht auf mich nehmen, sind locker 80 km. Ein Tag ist hin.


    Was wird von Euch per Ferndiagnose geraten?


    Gruß aus Franken


    Franz

  • Ich hab die Lager ja selbst gewechselt. Ganz so leicht drehen sie sich nicht. Theoretisch soll sich die innere Hülse noch minimal mit dem Finger verschieben lassen. Aber nachdem 1x die Achse angezogen war, geht das nicht mehr. Ich muss auch meinen Finger im Lagerloch verkanten, damit ich das Lager drehen kann. Ob sich dass noch geschmeidig genug anfühlt oder schon zu trocken oder hakelig, ist wohl Ermessenssache. Rasten darf es auf keinen Fall!


    Das Paradoxon ist, dass man für den Preis beim Dealer (OEM-Lager + Lohn) sich auch genausogut das Radlagerwechselwerkzeug plus freie Markenlager von FAG oder SKF kaufen kann. Wegen der inneren Hülse kommt man mit einem normalen Innenauszieher nicht weit. Beim Werkzeugsatz ist ein Auszieher dabei, den man direkt im Innenring verspannt. Mit einem Grundlochauszieher könnte man es hingekommen. Habe ich auch auf der Riemenseite genommen, weil ich das Riemenrad nicht demontieren wollte (wie es in den Anleitungen steht und mit dem Auszieher vom Werkzeugsatz notwendig wäre).

    Ich schreibe zu 99% Blödsinn. Alles andere ist nicht rechtsverbindlich.
    Die Anwendung eventueller Tipps geschieht auf eigene Gefahr.
    Wenn Du nicht sicher bist, wende Dich an eine Fachwerkstatt.

  • Ich habe das "BGS 8373" und bei eBay für 89,56 € gekauft. :arrow: http://www.ebay.de/itm/251985700991


    Entspricht weitgehend HD Art.-Nr. 94134-09, welches von Jims USA hergestellt wird. Die Anleitung habe ich Mal angehängt.

    Ich schreibe zu 99% Blödsinn. Alles andere ist nicht rechtsverbindlich.
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  • Hatte beim letzten Reifenwechsel im Winter/Frühjahr 2016 auch die Befürchtung das Lager wäre platt.
    Hatte selbst gedreht und war mir zu schwergängig.
    Der Mechaniker meines Vertrauens beruhigte mich aber und zeigte mir die Lösung, wie schon von den anderen beschrieben. (Finger im Lagerloch fest verspannen/verkanten)
    Meine Bob hat nun auch knapp über 37.000 km runter. Musste bislang nur das vordere Lager wechseln. Das war wirklich hakelig und hin.
    Werde beim nächsten Reifenwechsel wieder prüfen.

  • Ersetze die Lager besser. Wenn du es einmal auseinander hast


    http://www.american-motors-onl…/de_DE/?ObjectID=58681646

    Bikergruß
    Maik


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  • Hallo Leute,


    habe die ganze Musik mit neuem Hinterreifen ME 888 Ultra wieder eingebaut. Ich kann das Moped aus Platzgründen nicht länger auf dem Heber rumstehen lassen. Das Rad läuft rund ohne zu haken, knacken oder zu wackeln. Auch eingebaut dreht es sich wunderbar.


    Ich denke drüber nach ein Werkzeug wie von Troy anzuschaffen und die Lager nächstes Jahr vor einer größeren Tour ins Ausland oder so zu prüfen und gegebenenfalls zu wechseln.


    Gaf


    Franz

  • Als ich meinen Bagger vor knapp 1,5 Monaten auseinandergebaut hatte , musste ich natücrlich auch die Serienfelgen wieder draufbauen. Ich hatte dann aus, wat weiss ich-aus langeweile, die Achse mit dem Schlagschrauber angezogen gehabt...und zack macht der hinterreifen komische Geräusche!
    Ich hab das alles wieder dann auseinander gebaut und siehe da, die Radlager waren viel zu fest drinne und die Hülse in der Mitte lies sich nicht "bewegen". Radlager WKZ ran und *plopp* konnte ich das Radlager etwas spiel geben. Hier immer darauf achten , dass wenn man die RL erneuert immer zuerst mit der Pulley seite anfangen und erst danach die "Bremsscheiben-Seite". So weit rein, dass die Hülse zwar anliegt aber sich noch etwas verschieben lässt mit geringen Kraftaufwand!


    FAZIT: Wenn man die hintere Achse also nicht nach Drehmoment anzieht und es einfach übertreibt, werden die Radlager ineinander gepresst was dann natürlich dazu führen kann dass die mit der Zeit einfach kaputt gehen. Dabei muss ich zu meiner Verteidigung sagen, dass ich nicht gedacht hätte das mein Elektroschlagschrauber so was von Stark ist (M18 FUEL-Milwaukee Schlagschrauber)


    saludos

  • Ich vertraue da lieber der Anleitung des Herstellers. Alle Anleitungen sagen nämlich, zuerst auf der Bremsscheibenseite bis Anschlag einbauen und danach auf der gegenüberliegenden Seite "bis es passt". Macht auch irgendwie Sinn, die Bremscheibe mittig in die Bremszange zu stellen. Und funktioniert.

    Ich schreibe zu 99% Blödsinn. Alles andere ist nicht rechtsverbindlich.
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    Wenn Du nicht sicher bist, wende Dich an eine Fachwerkstatt.

  • Zuerst die Bremsscheibenseite, sonst sitzt das Rad nicht korrekt und die Bremsanlage passt nicht mehr. Habe ich leidvoll erfahren müssen und den ganzen Krempel zweimal aus- und eingebaut.

    Wir leben alle unter dem selben Himmel, aber nicht alle haben den gleichen Horizont...
    Ich kann auch ohne Spass Alkohol haben

  • Ich habe gerade die Radlager an meiner Super Glide gewechselt.

    Habe auch erst das Lager auf der Bremsscheibenseite eingepresst.

    Kann mir aber bitte einer sagen, warum die Hülse zwischen den Lagern 4mm länger ist als der eigentliche Lagersitz?
    Beim anziehen der Steckachse wird doch unnötig viel Kraft auf die innerern Ringe der Lager gegeben.

    Was hat das für einen Sinn?

  • Deshalb musst du ja das lager von der anderen Seite so weit eintreiben, das der Innenring des Lagers und die Hülse einen festen Kontakt haben. Dann werden die Anzugskräfte der Achse weitergeleitet.

  • Ich habe gerade die Radlager an meiner Super Glide gewechselt.

    Habe auch erst das Lager auf der Bremsscheibenseite eingepresst.

    Kann mir aber bitte einer sagen, warum die Hülse zwischen den Lagern 4mm länger ist als der eigentliche Lagersitz?
    Beim anziehen der Steckachse wird doch unnötig viel Kraft auf die innerern Ringe der Lager gegeben.

    Was hat das für einen Sinn?

    Moin, bei anderen Herstellern sind die Radnaben oft so hergestellt, das du die Lager egal von welcher Seite einbauen kannst. Durch entsprechende Fräsungen passt es immer. Bei der Street Bob musst du an Vorder_ und Hinterrad IMMER von der Seite wo die Bremsscheibe bzw. das Pulley sitzt beginnen. Dann regelt die Distanzhülse den korrekten Abstand und deine Bremsscheibe passt in den Bremssattel bzw. dein Hinterrad fluchtet korrekt. Fängst du mit der falschen Seite an, musst du die Lager wieder austreiben bzw. im eingebauten Zustand neu justieren, was die Sache nicht besser macht.



    Gruß


    Jochen

  • Vielen Dank für die Antworten.

    Ich verstehe halt nur nicht, warum man die Hülse so lang macht.
    Der Sinn erschließt sich mir nicht ganz.
    Aber sei es wie es sei, ich werde beim Einbau eifach gucken wie es passt und sollte es falsch sein, dann mach ich es eben noch einmal.