Offenes Luftfilter, pro- und contra

  • Ich vertraue bei solchen Fragen eher meinem Freundlichen Harleymann, den ich seit etwa 15 Jahren kenne und der seit 30 Jahren im Geschäft ist, als irgendwen in einem Forum....

    Das ist prinzipiell nachvollziehbar.

    Meine Kisten haben aber so gut wie nie eine Werkstatt gesehen. Früher war man gezwungen selbst zu schrauben, weil die damaligen Mechaniker besser Fahrräder reparieren konnten. Das habe ich dann immer so beibehalten udn meine Erfahrungen selbst gesammelt. Ich lass mich natürlich gerne überzeugen, wenn jemand fundierte Kenntnisse hat. In einem Forum kann man sich Anregungen holen, aber letztendlich muss man sich schon selbst damit auseinander setzen.


    Fährst du auch mit offenem Luftfilter ohne Mapping ?

  • also zu meiner Meinung noch mal ...

    ich denke die Kombi macht es , allein der Filter wird das gefüge nicht einschneidend änder und zum Thema mager muss mann einfach unterscheiden was Messwerte aussagen und das auch noch Prozentual gegenüberstellen und hierbei tut allein der Filter umbau dem Motor garnix .


    Aus meiner früheren Stecken Erfahrung war es einfach ein muss nach Maßnahmen wie Auspuffanlage Filter und anderen dingen eine Kennfeld Optimierung zum machen!


    Ob das in unserem / meinem jetzigem Fahrbereich wirklich notwendig ist muss jeder für sich entscheiden aber eins kann ich mit sicherheit sagen wenn es jemand mach der weis was er da tut ist es zumindest für eure Harley eine Wohltat da alle Motoren mit Standard Mapping vom "allgemein Prüfstand" ausgeliefert werden und nicht jeder Motor individuell eingestellt wird .


    LG

  • Ich denke, Du hast die Thematik gut und nüchtern erfasst HD2506 .


    Es wird m.M.n. immer zu viel in einen großen Pott geworfen und "Mapping" genannt. Ich bin immer für eine getrennte Betrachtung von Volumeneffizienz (VE), Luft-Kraftstoff-Gemisch (AFR), Zündung und weiteren Parametern.


    Die AFR-Tabelle bleibt durch irgendwelche Umbauten vollkommen unberührt. Sie ist aufgrund der gesetzlichen Auflagen im Teillastbereich eben so stöchiometrisch eingestellt wie sie ist. Dies zu ändern macht bei einem originalen Fahrzeug den gleichen Sinn wie bei einem Fahrzeug mit anderem Luftfilter oder Auspuff. Mit den originalen Restsauerstoff-Sonden (Lambdasonden) wären wir mit 14,2:1 im Teillastbereich an der Grenze des Machbaren und auf einem guten Weg. Natürlich kann man auch fetter gehen, dann aber nur im offenen Regelkreis und man ist von nahezu perfekt eingemessenen VE-Werten abhängig.


    Die VE-Tabelle sagt etwas über das voraussichtlich eingesaugte Luftvolumen aus und wird in Prozent angegeben, da das eingesaugte Luftvolumen nicht unter allen Betriebsbedingungen dem Hubraum entspricht, sondern weniger oder auch mehr sein kann. Hier macht sich dann auch eine Änderung an Luftfilter oder Auspuff bemerkbar. ABER ... wir haben ja noch die Lambdasonden. Die sind gar nicht so schlecht wie ihr Ruf. User Karl H. aus dem PowerVision-Forum hat es messtechnisch belegt, dass der geschlossene Regelkreis in der Lage ist, jede Form von Luftfilter zu kompensieren, von original bis total offen. Ich meine, er hätte das ganze mit einer V&H-Anlage gemessen. Allerdings gibt es dabei natürlich auch Einschränkungen. Denn der geschlossene Regelkreis kann es nur dort kompensieren, wo er aktiviert ist. Also bei Originalkonfiguration im Teillastbereich. Das Steuergerät versucht zwar die erlernten Werte auch auf die anderen Bereiche hoch zu rechnen, aber wie erfolgreich das geschieht, dafür möchte ich nicht garantieren. Jedoch greifen bei beherzter Volllast nach einigen Sekunden standardmäßig noch andere Sicherungsmechanismen, welche u.a. eine starke Gemischanreicherung beinhalten.


    Probleme? Jain.

    1. Besonders wenn man einen offenen Schalldämpfer verbaut, dringen mehr Geräusche nach aussen und man hört häufig ein Knallen aus dem Auspuff. Das kann man durch gezieltes Anfetten bekämpfen. Aber m.M.n. ist dies immer vorhanden, nur wird es mit Originalschalldämpfern so gut gedämpft, dass man es nicht mehr als solches wahrnimmt. Das kenne ich auch schon von perfekt abgestimmten Racebikes, die zwar ein offenes Abgassystem hatten, aber garantiert nicht zu mager liefen.
    2. Wenn man sich für die reine Anpassung der Volumeneffizienz entscheidet, bleibt man weiterhin im Teillastbereich beim stöchiometrischen Betrieb mit den gleichen Konsequenzen wie unter 1.
    3. Wenn man sich für einen Betrieb im offenen Regelkreis entscheidet, dann gibt es auch wieder viele verschiedene Philosophien, wie genau das auszusehen hat. Die einen setzen stumpf auf 13,2:1 und andere gehen das differenzierter an. In diesen Glaubenskrieg möchte ich mich an dieser Stelle nicht einmischen. Jedoch egal wie, ist man nicht nur von sauber eingemessenen VE-Werten abhängig, sondern auch noch von den Umweltbedingungen. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass sich die Werte ziemlich stark ändern, ob ich die Messung im Frühjahr bei 10°C Lufttemperatur und strahlend blauem Himmel mache oder im Hochsommer bei drückenden 33°C Lufttemperatur und gefühlten 80% Luftfeuchtigkeit. Dies wirkt sich auch direkt und spürbar auf den Motorlauf aus.

    Das Tuning der Zündung ist ein Thema für sich. Da bin ich auch nicht fit genug um großartige Ratschläge geben zu können.

    Ich schreibe zu 99% Blödsinn. Alles andere ist nicht rechtsverbindlich.
    Die Anwendung eventueller Tipps geschieht auf eigene Gefahr.
    Wenn Du nicht sicher bist, wende Dich an eine Fachwerkstatt.

  • Zitat:

    also zu meiner Meinung noch mal ...

    ich denke die Kombi macht es , allein der Filter wird das gefüge nicht einschneidend änder und zum Thema mager muss mann einfach unterscheiden was Messwerte aussagen und das auch noch Prozentual gegenüberstellen und hierbei tut allein der Filter umbau dem Motor garnix .


    Zitat:


    Ich denke, Du hast die Thematik gut und nüchtern erfasst HD2506




    Ich sags ja ungern aber wer seinen Lufi dahingehend ändert das deutlich mehr Luft durchströmt ohne was am Map zu machen magert den Motor weiter ab.

    Die Lambdas die verbaut sind können das nie ganz nachregeln.

    Sonst würden die Motoren nicht schon im original Zustand so mager laufen.

    Den Auspuff etwas lauter machen ist das eine aber auf der Ansaugseite den Lufteinlass vergrössern was ganz anderes.

  • Auch wenn die Lambdasteuerung es tatsächlich schaffen sollte, den offenen Luftfilter auszugleichen, wie sieht es dann mit den Bereichen aus, wo die Lambdasteuerung abgeschaltet ist (open loop). Soviel ich weiß gibt es das beim Standardmapping auch (oberer Drehzahlbereich und Standgas).

    Da werden dann die AFR-Werte nicht mehr erreicht, weil die VE-Tabelle eine zu geringe Luftmenge aufweist.

  • Siehe Beitrag #47

    [...] Allerdings gibt es dabei natürlich auch Einschränkungen. Denn der geschlossene Regelkreis kann es nur dort kompensieren, wo er aktiviert ist. Also bei Originalkonfiguration im Teillastbereich. Das Steuergerät versucht zwar die erlernten Werte auch auf die anderen Bereiche hoch zu rechnen, aber wie erfolgreich das geschieht, dafür möchte ich nicht garantieren. Jedoch greifen bei beherzter Volllast nach einigen Sekunden standardmäßig noch andere Sicherungsmechanismen, welche u.a. eine starke Gemischanreicherung beinhalten.

    [...]

    Ich schreibe zu 99% Blödsinn. Alles andere ist nicht rechtsverbindlich.
    Die Anwendung eventueller Tipps geschieht auf eigene Gefahr.
    Wenn Du nicht sicher bist, wende Dich an eine Fachwerkstatt.

  • DIe untersten und die obersten 20% des Regelbereichs sind generell vom Lambdabetrieb ausgenommen. Da werden dann die voreingestellten Idealwerte aus VE und AFR genommen.

  • Sporty-Frank ,
    hast du jetzt ein PV? Der kostet allein ja schon 500 Euro, für's anstöpseln an das Moped nehmen die auch Geld. Sorry, bei 600 Euro Gesamtkosten wird die Tuning-Fahrt nicht lang gewesen sein. Das Moped muss warm sein, es müssen möglichst viele Zellen angefahren werden ...
    Wenn du das mal vernünftig selber gemacht hast, mit Landstraße und AB, dann weißt du was ich meine.
    Gruß Carsten